Immobilienfinanzierung: Rahmenbedingungen günstiger denn je

von Rosie Cade
20 May 2009

Die Rahmenbedingungen für den Weg in die eigenen vier Wände sind derzeit so gut wie lange nicht mehr. Ein niedriges Zinsniveau, staatliche Förderkredite, Subventionen wie die Eigenheimrente und ein insgesamt aus Sicht von Käufern gutes Marktklima machen Immobilienfinanzierungen derzeit für viele erschwinglich. Hypothekendarlehen sind sehr billig, weil das Zinsniveau infolge der Finanzmarktkrise sehr niedrig ist. Nach Angaben des Hypothekenvermittlers Interhyp sind Kredite besonders bei kurzen Laufzeiten deutlich unter vier Prozent zu haben. Noch günstiger kommt es, wenn Programme der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau in Anspruch genommen werden können. Wer ein Objekt erwirbt und es dann energetisch saniert, kann aus dem CO-2-Gebäudesanierungsprogramm Kredite bereits ab 1,4 Prozent nominal erhalten und so die Kosten der Finanzierung deutlich senken. Auch andere Programme der KfW bieten angehenden Eigentümern Möglichkeiten. Allen voran eignet sich das Wohneigentumsprogramm der Förderbank, da es grundsätzlich von jedem in Anspruch genommen und dazu nachrangig ins Grundbuch eingetragen werden kann. Besonders junge Familien, die über nur wenig eigene Mittel verfügen, können von dem Programm profitieren.
Die neue Eigenheimrente ist ein weiteres der Instrumente, die es ermöglichen, zu erschwinglichen Konditionen ein Haus oder eine Wohnung zu finanzieren. Wer rentenversicherungspflichtig ist, kann die Einzahlungen in einen staatlich geförderten Rentenvertrag direkt zur Tilgung eines Immobilienkredites nutzen. Vorteil: Einzahlungen in Riester-Verträge – diese bilden die Grundlage der Eigenheimrente – können in voller Höhe steuerlich geltend gemacht werden. Bis zu 2100 Euro im Jahr können so auf die Einkommensteuer angerechnet werden. Zusätzlich werden die Förderungen gezahlt, die sich bei einer vierköpfigen Familie mit zwei Kindern, von denen eines nach dem Jahr 2007 geboren ist, auf 793 Euro im Jahr belaufen. Wer gut verdient, kann im Lauf der Jahrzehnte so 50.000 Euro und mehr durch die Eigenheimrente sparen. Dass mitunter eine Steuerschuld gegenüber dem Finanzamt bestehen kann, wenn die Vertragsguthaben nicht rechtzeitig bis zum Eintritt in den Ruhestand wieder einbezahlt werden, ist zunächst nur geringfügig von Interesse.
Trotz der günstigen Rahmenbedingungen zögern viele, nun in die eigenen vier Wände einzuziehen. Der Grund ist – wie sollte es anders sein – die Finanzkrise, die viele um den Job fürchten lässt. Nicht nur wer selbst von Kurzarbeit oder Entlassung betroffen ist, bangt um seine Zukunft: Die Erfahrung zeigt, dass der Jobverlust einer Person mindestens drei Menschen aus deren Umfeld ebenfalls um ihren Job fürchten lässt. Die Krise zeigt – wie es übrigens jede Rezession tut – ein Paradoxon des Immobilienmarktes: Zu günstigen Preisen und niedrigen Zinsen will niemand einsteigen. Erst am Ende eines Booms ist das Interesse wieder groß.

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